🏠🏹 Dach/Boden & Relative-Stärke-Rotation

Dach/Boden-Regime & Relative-Stärke-Rotation: zwei Systeme aus dem Original-Tradingplan im echten Backtest

Generiert aus 489 Watchlist-Aktien (Forex/Indizes ausgeschlossen), 10 Jahre EOD-Historie · keine Anlageberatung

Dieser Report backtestet zwei chartbasierte Systeme aus dem handschriftlichen Tradingplan-Manuskript, beide gegen echte Kursdaten, nicht simuliert. Beide Systeme sind bewusst mechanisch und regelbasiert — keine Interpretation, keine Ausnahmen.

1. Das Dach/Boden-System

Ein Boden (Zwischentief) entsteht, wenn eine Kerze ein niedrigeres Tief hat als die Kerze davor und danach — Signal: Long. Ein Dach (Zwischenhoch) ist das Spiegelbild — höheres Hoch als beide Nachbarn — Signal: Short. Anders als im Original-Manuskript (das einen Anfangsstopp, Zeitstopp und Trailingstopp kombiniert) wird hier bewusst die reine Regime-Variante getestet: die Position bleibt bestehen, bis das entgegengesetzte Signal auftritt — ein reiner Trendfolge-Test ohne Stop-Overlay.

ZeitebeneTradesØ Rendite/TradeTrefferquote
Täglich391.974+0,03%44,9%
Wöchentlich80.748+0,004%44,3%
Monatlich18.766+0,40%43,4%
Jährlich1.027-30,39%35,6%

Die jährliche Zeitebene ist mit Vorsicht zu lesen: bei nur ~2 Jahreskerzen Pivot-Vorlauf pro Signal ist die Stichprobe pro Symbol extrem klein, und das mechanische 3-Bar-Pivot-Kriterium reagiert auf Jahresbasis sehr grob. Das negative Ergebnis wird hier bewusst nicht schöngerechnet — es zeigt eher, dass diese Systemvariante auf so groben Zeitrastern ungeeignet ist, nicht dass "Dach/Boden" grundsätzlich nicht funktioniert.

Auf Tages- und Monatsbasis ist die durchschnittliche Rendite pro Trade knapp positiv, aber die Trefferquote liegt durchgehend unter 50% — das System lebt (wenn überhaupt) von wenigen großen Trendfolge-Trades, nicht von konstanter Trefferquote. Das ist typisch für reine Regime-Systeme ohne Stop: viele kleine Fehlsignale, wenige lange Trends, die den Unterschied machen.

2. Relative-Stärke-Rotation (Top-3 Long / Flop-3 Short)

Am Ende jeder Periode wird die relative Stärke jeder Aktie gegenüber dem Benchmark gemessen (eigene Rendite minus Benchmark-Rendite über dieselbe Periode). Die drei stärksten Werte werden Long, die drei schwächsten Short für die nächste Periode gehandelt — dann wird neu gerankt. Getestet gegen Nasdaq Composite und S&P 500 auf vier Zeitebenen.

ZeitebeneRebalancesØ Rendite/TradeTrefferquote
Täglich2.509-0,26%44,6%
Wöchentlich520-0,34%47,5%
Monatlich119+1,93%49,4%
Jährlich9+1,81%48,1%

Eine mathematische Randnotiz, die beim Bau dieses Systems auffiel: die Top-3/Flop-3-Auswahl ist rechnerisch identisch, egal ob gegen Nasdaq Composite oder S&P 500 gerankt wird. Grund: ein einzelner geteilter Benchmark-Wert wird von jedem Kandidaten derselben Periode abgezogen — eine Konstante verschiebt keine Rangfolge. Der Benchmark wirkt sich nur auf die Bewertung der realisierten Trades in Excess-Return-Terms aus, nicht auf die Auswahl selbst. Das ist keine Design-Schwäche, sondern eine Eigenschaft jeder Cross-Sectional-Rangfolge gegen einen einzelnen gemeinsamen Referenzwert.

Auf Tages- und Wochenbasis ist die Rotation leicht negativ — bei so kurzen Perioden dominieren vermutlich Rauschen und Mean-Reversion-Effekte (die Top-3-Gewinner einer Woche sind nicht selten die Flop-Kandidaten der nächsten). Erst auf Monats- und Jahresbasis dreht das Bild ins Positive, wobei die Jahresebene nur 9 Rebalances umfasst — statistisch kaum belastbar, aber richtungsweisend.


Fazit